Binnendünen Altwarp

Einzigartiges mediterranes Flair im Nordosten Deutschlands!

Die Altwarper Binnendünen und dem darin gelegenen Wacholdertal erinnern an südlichen Regionen Europas. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Einheimischen dieses besondere Naturschutzgebiet "Altwarper Wüste" nennen.

Eine Wanderung – ob zu Fuß oder per Fahrrad – durch diese ursprüngliche Naturlandschaft, lohnt sich in jeder Hinsicht. Eine geführte Wanderung ist auf jeden Fall ein Gewinn. Spannend, überraschend und auf jeden Fall bemerkenswert sind die Führungen durch die Dünen, in das Wacholdertal oder hinunter zum See.  So eine Tour – vermittelt viel Wissen, gewürzt mit unterhaltsamen Anekdoten – ist nicht nur lehrreich sondern macht riesig viel Spaß.

Das Naturschutzgebiet Altwarper Binnendünen, Neuwarper See und Riether Werder hat eine Größe von  1.460 Hektar. Es ist wurde durch die letzte Vereisung und die anschließend Jahrhunderte dauernde Abtauperiode geprägt. Die Dünen eröffnen schöne Blicke bis auf die polnische Seite nach Neuwarp (Nowe Warpno).

Etliche hundert Wacholderbäume und –büsche wachsen hier in großer Formenvielfalt. Ein urwüchsiges Tal mit ein ganz besonderem Flair, dem sich kein Besucher entziehen kann.

Während einer Wanderung über den weichen Sandboden ist niemand schnell unterwegs. Der Kiefernduft, das Spiel der Sonne auf dem Waldboden, das zarte Flattern der vielen Schmetterlinge und das Lied der Sperbergrasmücke verzaubern und laden zum Verweilen ein.

Die guten klimatischen Bedingungen bieten vielen Pflanzen- und Tierarten geschützte Lebensräume, in denen sie sich ungestört entfalten können.

Eine Landschaft geformt von Eis und Wasser

Die Weichseleiszeit vor über 10.000 Jahren mit dem großen Gletscher, der schon den Süden Schweden formte ist maßgeblich für die heutige Landschaftsgestaltung. Das Schmelzwasser der viele Jahrhunderte dauernde Abtauperiode staute sich auf einer Länge von 35 Kilometer zu einem Haffstausee. Feinkörnige Beckensande setzten sich in mehrere Meter mächtigen Schichten ab, welche durch anschließende Windumlagerung zu den bis zu 15 Meter hohen Dünen bei Altwarp aufgeschichtet wurden.

Südlich der Dünen schließt sich ein vermoortes Niederungsgebiet an, das heute als Überflutungsmoor mit bis zu zwei Metern mächtigen Torfschichten einen Großteil der Schutzgebietsfläche einnimmt. Die Wälder der Halbinsel Altwarp auf der Schmettauschen Karten aus dem Jahr 1780 entstanden durch Aufforstung im 18. Jahrhundert.

Zu DDR-Zeiten wurde ein Teil der Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung eingedeicht und wird durch drei Pumpwerke aktiv entwässert. Heute werden die Flächen extensiv beweidet. Es ist geplant, Koniks (aus dem Polnischen: Pferdchen, kleines Pferd), eine robuste Ponyrasse aus dem mittel- und osteuropäischen Raum die Dünen beweiden zu lassen.

 

Tier- und Pflanzenwelt

Seeseitig vorgelagert sind seggen- und binsenreiche Wiesen mit Breitblättrigem Knabenkraut, Kuckucks-Lichtnelke und Stranddreizack, die in einen ausgedehnten Schilfröhricht übergehen. Südlich und westlich der Dünen schließt ein Eichen-Niederwald mit wärmeexponierten Magerrasen an. Auf Mineralboden stockt aufgeforsteter Kiefernwald. Kleinflächig findens sich dazwischen Sauer-Zwischenmoore mit Schmalblättrigem Wollgras, Wassernabel und Torfmoosen. Hervorhebenswerte Brutvögel im Gebiet sind Seeadler, Neuntöter, Sperbergrasmücke, Bartmeise, Drosselrohrsänger, Karmingimpel und Kranich. Auf dem Riether Werden finden sich neben einer Lachmöwenkolonie zahlreiche Limikolen, wie Bekassine, Kampfläufer, Rotschenkel und Uferschnepfe. Der Fischotter lebt im Gebiet.